Samstag, 16. Mai 2015

Beatboxer unterschlagen



Auch dem besten Blogger geschieht einmal ein Malheur. In diesem Falle besteht das Malheur darin, dass an dieser Stelle noch nicht ausreichend gewürdigt wurde, dass wir nach dem Fortgang von Benjamin wieder einen Beatboxer unter uns haben. Wer im Konzert war, weiß das schon, hat aber im Blog vergeblich nach einem Eintrag gesucht. Das soll hiermit nachgeholt werden, denn seit Ende März boxt Tim, Sabines Sohn, bei uns den Beat.

Wie das geht, bleibt wohl vielen ein Brief mit sieben Siegeln. So viel sei jedoch verraten: In offiziellen Kreisen spricht man eigentlich von Mouth Percussion. Woher die Geräusche kommen, weiß keiner so genau, man munkelt jedoch, dass Rachen, Mund und sogar Nase beteiligt sein sollen. Dass hierfür vorherige anatomische Veränderungen operativ vorgenommen werden müssen, basiert nur auf Vermutungen.
Dass all diese Vorgänge jedoch eine strenge HNO-Pflege voraussetzen, liegt auf der Hand. Der Hals (H) darf nicht entzündet sein, die Nase (N) muss unbedingt universalgereinigt sein (nicht auszudenken, was passieren würde, wenn ein Beatboxer die Nase voll hat) und auch die Oberlippe (O) muss individuell bewegbar sein, um mit der Unterlippe korrespondieren zu können. Sind all‘ diese Voraussetzungen gegeben, geht es darum, im gesamten Nasen-Rachenraum einen Druck aufzubauen, der von den Lippen portioniert freigegeben wird. In enger Zusammenarbeit mit einem Haufen Konsonanten und wenigen, auserwählten Vokalen lassen die Lippen über „b“, „bm“, „pf“, „ts“, „tu“ sowie „tsch“ Instrument-Imitate entstehen, von denen viele noch nicht einmal die genaue Bezeichnung kennen. Auch die Zunge leistet beachtliches und tanzt ihrerseits ein Zungenballett im Inneren des Mundes, das aus Auf- und Abschwüngen, aus rollenden und flirrenden sowie zuckenden Bewegungen sowie Pirouetten besteht. Da sie komplett nackt ist, um in ihrer Beweglichkeit uneingeschränkt zu sein, bleibt sie den Blicken der Zuschauer jedoch verständlicherweise überwiegend verborgen.
All‘ das passiert, wenn Tim – relativ entspannt wirkend – auf der Bühne beatboxt! Toll, oder? Wer es nicht kann, achte doch einfach mal beim nächsten Konzert darauf, was er alles mit den Lippen so treibt. Wer ein „P-P-Bush-P-P-P-Bush“, ein „bm – tsch – bmbm – tsch“ oder ein „PF-WEB-PF“ heraushört, hat gut aufgepasst und hat offenbar das Potential, eine ähnliche musikalische Karriere wie Tim einzuschlagen.
Nachdem wir ja mit Nane unseren Altersdurchschnitt im Chor beträchtlich gesenkt haben, setzt Tim noch einen drauf, denn mit seinen 17 Jahren ist er nun noch jünger! Und – als Sohn eines „Alt-Mitglieds“ sorgt Tim dafür, dass BerlinVokal sich jetzt auch „Mehrgenerationen-Chor“ nennen kann.
In diesem Sinne ein dreifaches „P-P-Bush, P-P-Bush, P-P-Bush“, Timmi!

Freitag, 15. Mai 2015

Fundstück: Musikalische Heinzelmännchen ... in der Musikfabrik

Falls sich schon mal jemand gefragt hat, wie eigentlich die vielen wunderbaren Noten entstehen, die von genialen Köpfen aufs Papier gebracht werden, was sie dort auf dem Papier erleben und treiben, bevor sie schlussendlich vom Papier auf Instrumente und in Chorkehlen gelangen, von wo aus sie in Konzertsälen und anderen Bühnen zu den Gehörknöchelchen Hammer, Amboss und Steigbügel der Zuhörer vordringen, dem sei dringend empfohlen, auf unsere facebook-Seite gehen, um ein sehr originelles Video aus dem Hause 'Warner' zu sehen!

Samstag, 9. Mai 2015

Auf zu neuen ufa'n!




BerlinVokal hat sich einen Namen in der Berliner Jazzchorlandschaft gemacht, z. B. durch die regelmäßigen Konzerte im Rahmen des Chorfestivals Total Choral, aber auch durch die ganz eigenen Konzerte, die nicht selten in der Alten Bahnhofshalle Friedenau stattgefunden haben.
Neben alt Bewährtem gilt es aber gleichermaßen, sich auch Neuem nicht zu verschließen und unbekanntes Terrain zu betreten. Nachdem es trotz mehrmaliger Anfragen bislang nicht zustande kam, war es uns ein großes Vergnügen, dieses Jahr endlich doch an der Chor-Open-Stage-Berlin teilzunehmen. Neue Location, neue Chöre drum herum und bestimmt auch neues Publikum! All‘ das lockte uns an und so hoffen wir, durch dieses kleine Konzert neue ‚ufa‘ und neue Fans zu entdecken.
Die Vorbereitungen waren abgeschlossen und die Uhrzeit fortgeschritten als wir uns gegen 22.30 Uhr als Headliner frech auf die Bühne des Varietésaals der ufa-Fabrik schlichen, obwohl wir noch gar nicht richtig angekündigt waren. Trotzdem stellten wir schon heimlich zwei  Stühle auf die Bühne, setzten uns, schlugen unsere Beine über und lauschten unserer Anmoderation.
Zu Beginn unseres Konzertteils verwandelten wir die Bühne in einen Bus, dessen Busfahrer immer wieder mit baby, you can drive my car besungen zu werden schienen. Der Bus fuhr uns in die White nights, einem von Bodypercussion begleiteten Titel, der einen ‚nicht einschlafen ließ‘.








Mit If rückten wir den Saal in ein musikalisch etwas anderes Licht und hielten gemeinsam mit dem Publikum gedanklich ein wenig inne. 










Dann aber sorgte unser neuer Beatboxer für Aufmerksamkeit, als er mit seiner Stimme an die Saaltür klopfte und das Publikum aufforderte  Hoch, was kommt von draußen rein? (Richtig, es war das Liebchen ...)
Den Abschluss bildete ein Titel, wie er nur von echten Berlinern eines echten Berliner Chores gesungen werden kann: Berlin (Geiles, dickes B), ein Loblied auf unsere bunte und musikalische Stadt, das als Konglomerat verschiedener Berliner Titel noch einmal zum Mitgrooven einlud.
Gefühlt war unser Auftritt erschreckend schnell wieder vorbei, allerdings wollten wir unser Publikum nicht ohne einen Dank zur Nacht entlassen und so beschlossen wir den Abend mit einem Gruß vom Sandmann einschließlich einem Hauch von Sand, den wir unserem Publikum in die Augen hauchten.
Euer Schmunzeln und euer toller Applaus haben euch zu einem tollen Publikum gemacht, vielen Dank dafür! Wir hoffen, dass der eine oder die andere auch das nächste Mal im Publikum sitzt, wenn es wieder heißt BerlinVokal in Concert!

(Weitere Fotos folgen in Kürze!)