Montag, 16. März 2015

Sanatorium Schloss Kroechlendorff

Angenommen, Schloss Kröchlendorff wäre kein Ort feierlicher Anlässe mit einem Gästehaus und einem riesigen Garten, sondern noch immer ein abgelegenes Sanatorium, wie von 1955 – 1959, dann könnte unser Bericht über das Wochenende 13.-15.03.2015 so lauten:



Erschöpft von den Anstrengungen des Chorfestivals TOTAL CHORAL haben wir uns am vergangenen Wochenende selbst in ein Sanatorium eingewiesen: Schloss Kröchlendorff. Da wir vor zwei Jahren schon einmal das Wochenende dort verbracht hatten, betraten wir bekannte Ländereien mit der Absicht, verschiedene Anwendungen zu bekommen.

Die Bedingungen waren beinahe optimal: Zum einen wurde uns nach dem Empfang und der Zimmervergabe das Grundstück nahezu vollständig zur Verfügung gestellt – wir waren die einzigen Patienten und hatten damit quasi sturmfreies Schloss –, zum anderen konnten wir dadurch die Ruhe der natürlichen Umgebung unbeeinflusst in uns aufsaugen, auch die ca. 50 Einwohner Kröchlendorffs konnten die Ruhe in keiner Form beeinträchtigen.
Bereits am Freitagabend begannen die Anwendungen, die von der leitenden Therapeutin Nane eigens für BerlinVokal ausgearbeitet worden waren. Wir wurden willkommen geheißen und der Therapieplan besprochen; dieser wurde anschließend begonnen, indem wir Chor-Packungen erhielten, um uns musikalisch zu entspannen. Unterbrochen von uckermärkischen Sauerstoffstoßkuren massierten wir unsere Stimmlippen mit hohen und tiefen Klängen, weichen und härteren Ansätzen sowie rhythmischen Übungen.
Für den Samstag war zunächst eine theoretische Einführung in die stimmliche Chor-Ton-Massage geplant. Wegen des ganzkörperlichen Ansatzes analysierten wir darüber hinaus mit Hilfe ausgefeilter Videotechnik aber auch unsere Bühnenbewegungen, um diese auf neue Soundumgebungen und künftige Bühnenszenarien zu übertragen. Zur Förderung der Homogenität stand weiterhin eine geschlechtsgetrennte Gruppen-Anwendung auf dem Tagesplan, die wir in zwei unterschiedlichen Soundarien genossen. Letzter Tagesordnungspunkt war das Training des individuell-progressiven Selbstbewusstseins in einer jeweils parallel verlaufenden Ensemble-Sitzung, die mit einer Aufführung vor uns selbst in den hallenden Hallen des Schlosses schloss.
Zur Muskel- und Stimmrelaxation hatten wir den Abend über frei und nutzten dies zum Feiern der absolvierten Sitzungen unter Anwendung der Zwitscher-Therapie, einem Ansatz aus der Fachrichtung der Trinkkuren.
Der Sonntag diente dem abschließenden Zusammenfassen und Umsetzen der neu erlernten Techniken und Praktiken, sodass wir am frühen Nachmittag das Sanatorium verließen, um wieder in die heimatlichen Gefilde zurückzukehren.


Natürlich gab es auch Erinnerungsfotos aller selbsternannten Patienten. Die Erholung und Effektivität des Sanatoriums-Aufenthalts ist uns sicherlich anzusehen, was zweifelsohne nicht zuletzt der Fachkompetenz unserer leitenden Therapeutin zu verdanken ist! 

 







Doch da die Sanatoriumszeiten vorbei sind, ist es der Phantasie des Lesers überlassen, wie wir tatsächlich das Wochenende auf Schloss Kröchlendorff verbracht haben. Nur so viel sei verraten: Schön war’s ...

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