Sonntag, 8. November 2015

Das Vier-Viertel-Konzert



Um nicht immer nur im Süden Berlins aufzutreten, sondern auch mal über den Tellerrand hinauszuschauen, hat BerlinVokal sich zusammengesetzt und über mögliche Spielorte diskutiert. Als jemand sagte: „Ick weiß `n See ...“ war klar, dass wir ein Konzert in Weißensee geben würden, aber kein normales Konzert und auch nicht alleine. Der Jäzzchor mit ä bot sich als Friedrichshainer Chor an und so war ein Partner gefunden, der bereit war, das Vier-Viertel-Konzept zu erproben. Raum fanden wir in der ehemaligen Raoul-Wallenberg-Oberschule, deren Räume heute als Kulturzentrum genutzt werden.

Nach entsprechenden Vorbereitungen bestritt der Jäzzchor mit ä dann am 7. November 2015 den Konzertauftakt als Zwei-Generationen-Ensemble, denn ein Säugling durfte mit auf die Bühne und wurde auf der Brust des Vaters in den Schlaf gesungen. Nach einem halben Dutzend Titel übernahm BerlinVokal mit White Nights die Bühne und präsentierte ihre erste Hälfte im zweiten Viertel des ersten Teils des ganzen Konzerts.

Nach der Pause unterhielt der Jäzzchor mit ä wiederum das Publikum und wies dabei programmatisch auch auf die akute Flüchtlingssituation hin. 

Als Schnittmenge des Repertoires präsentierten beide Chöre den Titel „Horch, was kommt von draußen rein“ – mit doppelter Choreografie – vor und auf der Bühne, bevor ...







... BerlinVokal wiederum im vierten Viertel den zweiten Teil seines Programms präsentierte und lagebezogen u. a. das ‚Haus am (Weißen-)See‘ auf die Bühne brachte. 















Die Beatles, deren Auto in 'drive my car' von BerlinVokal als Bus interpretiert wurde, sollten den eigentlichen Abschluss des Konzerts bilden, sodass sich Fahrer und Beifahrer platzierten.







Als allerdings Rufe nach einer Zugabe lautwurden, gab es gesanglich noch ein bisschen ‚Berliner Luft‘ zu schnuppern.

Ein Schmunzeln zauberten beide Chöre auf diverse Gesichter, als sie das Publikum dann noch mit einem Gruß vom Sandmann aus dem Konzert entließen. Sogar Sand in die Augen gab es ...



Damit war das Vier-Viertel-Konzert aber noch nicht ganz zu Ende, denn für den inoffiziellen Teil hatte sich der Jäzzchor mit ä etwas ganz besonderes überlegt: die erste A-capella-Disco Berlins, vielleicht sogar ganz Deutschlands. Also wurde die Aula flugs von Stühlen befreit, die Musikanlage aufgebaut und dann das Tanzbein zu tanzbaren A-Capella-Titeln geschwungen – ein ganz neues Tanzerlebnis.



Fazit: Ein cooles Konzert mit einigen Neuheiten, die zum konzertanten Experimentieren animieren. Vielen Dank an das große Engagement des Jäzzchor mit ä und vielen Dank natürlich auch unserem Publikum, das den Saal prall füllte! Wir verneigen uns!







Sonntag, 30. August 2015

In der langen Nacht der Muse(h)en hoeren



Am 29.08.2015 wurde BerlinVokal in die Domäne Dahlem gerufen, um den musikalischen Auftakt des 1. A-cappella-Festivals im neuen CULINARIUM zu gestalten.

 
Dem Anlass, der langen Nacht der Museen, angemessen konnte unser Publikum im Erdgeschoss zunächst eine Mu(h) se(h)en, bevor es im Obergeschoss uns sehen und eine halbe Stunde unserer musikalischen Darbietung lauschen konnte. Etwa 60 Personen hatten sich eingefunden, um zunächst uns, dann aber auch ‚zimmmt‘, die ‚mongrooves‘ und ‚petitfour‘ zu sehen und zu hören.

Durch das Ambiente des Culinariums bot sich für BerlinVokal ein Rahmen, der eine tolle Stimmung für ein kleines gemütliches Konzert erzeugte. 
Wer weiß, vielleicht bietet sich auch einmal die Gelegenheit, ein ganzes Konzert in diese tollen Räumlichkeiten zu geben ...




Mittwoch, 15. Juli 2015

Déjà vu



Es ist inzwischen schon fast eine kleine Tradition geworden, zum Saisonende nach Pankow zu fahren und dort im Garten neben Grill und Trampolin die Sommerpause einzuläuten. 
So fand sich auch in diesem Jahr wieder der Großteil von BerlinVokal ein, um gemütlich zusammenzuhocken, das erste Jahr mit Nane revue passieren zu lassen und auszuwerten. 
Dass es natürlich auch viel zu lachen gab, wir das Trampolin genutzt und am gemütlichen Feuerkübel gesungen haben, versteht sich eigentlich von selbst!


Und auch wenn es so gesehen nichts Neues war, war es wie immer ein toller Abschluss!


BerlinVokal wird im September aus der Sommerpause zurück sein und sich neuen Titeln widmen! Bis dahin wünschen wir allen Blog-Lesern eine musikalische Zeit!

Dienstag, 14. Juli 2015

Tenor gesucht!


Ja hallo, ich bin Karsten aus dem Tenor – ich soll 'nen Blog-Eintrag schreiben mit dem Titel „Tenor gesucht“. Also: Wir suchen aktuell einen Tenor! Jau, fertig!

Ich hab ja ein etwas zwiespältiges Verhältnis zum Blog: Also, da schreiben Leute sozusagen Tagebuch. Das hatte zu meiner Zeit – und das ist jetzt auch nicht so lange her – meist ein kleines Vorhängeschloss, damit das Siegel der Verschwiegenheit gewahrt bliebe.
Also nee, hier kann nun die ganze Internet-Gemeinde, also eigentlich die ganze Welt mitlesen …
Hhmmm…hat natürlich auch was: ALLE weltweit lesen mein Geschreibsel – wow - so könnte nur mal als Beispiel Alessandro Fernandes in Bolivien lesen, dass wir einen Tenor suchen (perdone, mi español no es tan bueno).
Wenn er nun ein begnadeter Tenor wäre, der Lust hat, in einem tollen Berliner Jazzchor zu singen - und dazu auch noch Dienstag-Abend Zeit hätte … nicht auszumalen …

Kurzum: Falls du also Lust hast, mit uns zu singen - melde dich einfach: mitsingen@berlinvokal.de
Spaß am gemeinsamen Singen, Gefühl für Rhythmus und Harmonie sowie Wohnort in/bei Berlin wären von Vorteil.

Muchas gracias y hasta pronto
Karsten

Montag, 29. Juni 2015

Haetten Sie's gewusst?




Wenn man ein Konzert vorbereitet, weiß man in der Regel, worauf man sich einlässt, besonders, wenn es quasi ein Heimspiel ist – wie es für uns in der Alten Bahnhofshalle, in der wir seit vielen Jahren auftreten, der Fall war. Und dennoch traten im Rahmen des Konzerts Dinge zutage, von denen die meisten nichts wussten, obwohl mindestens ein halbes Dutzend Chorsänger bereits seit über 10 Jahren Mitglied des Ensembles sind.

Wir wussten, dass die Alte Bahnhofshalle nur eine beschränkte Anzahl an Gästen aufnehmen kann und dass wir ausverkauft waren. Wir wussten, dass wir mangels Bühne ein bisschen improvisieren müssen, wenn es um die Kulisse, kleine Titel-Accessoires oder Kompromisse für das Bühnenbild geht.

Was wir aber nicht wussten, war die Tatsache, dass es bereits ein Chorkind aus der noch jungen Beziehung zwischen Nane und dem Chor gibt. Es heißt ‚Hinterher‘ und ist aus ebendieser Beziehung gewachsen.

Wir wussten auch nicht, dass wir in den Vorbereitungen des Cup-Songs offenbar einen Film mit Gute-Laune-Garantie produziert haben. Wer das nicht glaubt oder dies am eigenen Leibe ausprobieren möchte, kann das Video ja einfach mal ansehen und dann selbst entscheiden.
Wir wussten erst recht nicht, was nur jemand wissen kann, der schon gaaaanz lange mit dabei ist, nämlich, dass es Chorkleidungsfarben und -utensilien gab, die geschmacklich jedweder Grundlage entbehren. Gut, dass wir das nicht alle mitmachen mussten damals!

Komplett aus allen Wolken gefallen sind wir auch, was unseren Neuzugang Jovana betrifft. Niemand von uns hat auch nur im Entferntesten geahnt, dass sie so rapide rappen kann. Aus dem Nichts heraus traten unsere Augen mehr und mehr aus ihren Augenhöhlen, als Jovana – von Tim unterstützt – die Bühne rapte! Kompliment, Jovana!

Nur unbewusst klar war auch die in diesem Konzert bekannt gewordene Tatsache, dass unser Ensemble bisher unter alten Männern gesungen hat, sich jetzt aber zum anderen Geschlecht bekehrt und auch vom Alter gänzlich umorientiert hat.

Und noch eine Sache wurde aus dem Unterbewusstsein hervorgekramt: Die Tatsache, dass wir drei Chorleiter gebraucht haben, bis es geschafft war, dass wir uns getraut haben, von der Bühne herab unserem Baby zu sagen, dass es unseren Wagen fahren darf.

Auch statistisch gab’s Neuigkeiten. Diese beziehen sich darauf, dass sich auch das Durchschnittsalter der Sängerinnen und Sänger in letzter Zeit mehrmals verringert hat, spätestens, seit Nane und Beatboxer Tim bei uns sind.

Und – neu war auch, dass wir unsere Zuhörer heute vorzeitig ins Bett geschickt haben. Es war noch hell als wir ihnen den Sand in die Äuglein gepustet haben. Wenn man allerdings richtig in den Gesichtern unserer Zuschauer gelesen hat, haben sie es uns nicht übel genommen.


Fazit: Ein tolles Sommerabschlusskonzert mit vielen Neuigkeiten und natürlich einem tollen Publikum! Kommt nächstes Mal unbedingt wieder, bringt neue Leute mit und wer weiß, vielleicht singen wir ja das nächste Konzert in der o2-World ...