Montag, 7. April 2014

Konzertante (Neben)wirkungen

Tatsächlich - das Chorprobenintensivwochenende zeigte seine Wirkung …
 
Nachdem wir in mühseliger Kleinarbeit und in den vergleichsweise beengten Probenräumen Lehnins geübt und geübt hatten, wurde in der Philharmonie klar, woher die Chor-Eographie ihren Namen hat: von den Bewegungen, die dynamische Chöre auf die Bühne bringen, wenn Sie im Rahmen ihres Repertoires ihrer Leidenschaft für gute Chormusik freien Lauf lassen. Endlich gab es genug Auslauf für uns alle, um das im stillen Kämmerlein Lehnins Geübte im konzertanten Ernstfall des Kammermusiksaals auszuleben.

Also nutzten wir im Rahmen der Sonntagskonzertreihe unsere von 'Fleeting Glance' und 'Männerminne' eingerahmte halbe Stunde:
Zunächst erhielten die Tenöre den Raum, um sich an den 21. 'September' zu erinnern, Daniela konnte exponiert über 'The Garden' berichten, Ulrich und Liss hatten ihre Bühne, um sich öffentlich mit 'You are the sunshine' zueinander zu bekennen und für 'If' bestand endlich die Gelegenheit, es in jeden Winkel des Saales hinein zu singen.
Und dann – unsere dreißig Minuten waren beinahe vorbei –, als … da war doch was … 'Horch' …
Wir sangen nicht nur das gute, alte Volkslied, wir lebten es auch; ob beim 'Schade' beim 'Lalalalalalala' oder mit dem Blick zum Himmel, in dem wir alle wieder miteinander vereint waren und der alten Volksweisheit ein (Bühnen-)Bild gaben.

Unter begeistertem Applaus unserer choraffinen Zuhörer verließen wir die Bühne, obwohl wir so gerne noch mehr dargeboten hätten … doch das Sonntagskorsett war eng geschnürt und so räumten wir die Bühne, damit die Sänger von 'Männerminne' in nahezu allen Regenbogenfarben ihre Titel, aber auch ihre hochhackigen Schuhe, ihre Netzhemden oder Federboas, ihre Matrosenoutfits und Abendkleider präsentieren konnten. 
Wer weiß, in welcher Konstellation wir das nächste Mal dort auf der Bühne stehen werden!? Wer übrigens noch mehr Bilder sehen möchte, findet sie auf der Seite des Chorverbands Berlin.

Alle Fotos: Thomas Bender (während des Soundchecks)

Sonntag, 6. April 2014

"Und ... bitte!"



Dienstag – eigentlich Probentag in Zehlendorf. Nur am 25. März 2014 blieb unser regelmäßiger Probenraum leer. Stattdessen fanden sich irgendwo im Bezirk Tiergarten hinter einer schweren Eisentür Stimme für Stimme die BerlinVokalisten ein, um in einem Tonstudio zwei Titel unseres Repertoires aufzunehmen.
Irgendwie war alles ziemlich eng und dumpf, als wir die Räumlichkeiten des Studios betraten. Eine kleine Küche lud zum Ankommen ein, blieb aber an diesem Tage kalt und vegetarisch, auf der Speisekarte stand: Kabelsalat.


Gespannt auf die Aufnahme kämpften wir uns durch ein Dickicht aus Dreifüßen und Stromschlangen, die sich immer wieder an einem der vielen Mikrofonständer hochschlängelten, und blieben hübsch aufgereiht hinter jeweils einem Mikrofon und einem Notenständer im Zweidrittelkreis stehen.



Da solche Aufnahmen immer eine Frage der Einstellung sind, wurden wir richtig eingestellt und aufgemischt und warteten darauf, Instruktionen zu bekommen. Dann waren endlich alle verkabelt und einer der Tonexperten (die scheinen ja wirklich in ihrer Zunft alle am Zopf zu hängen) sagte zu Michael: „Wenn du willst, machen wir mal’n take ...!?“

Also ging’s los. Durch ca. 20 aufgespannte schwarze Strumpfhosen sangen wir zwei Titel ein (welche, wird an dieser Stelle zunächst nicht verraten). Das ging natürlich nicht so ‚hip-hop‘, denn – wie das bei Studioaufnahmen nun einmal ist, schläft mal der eine, patzt mal der andere ... oder aber von Michaels Seite kam ein: „Das ist kein ganzer halber Ton ...!?“ So forderte die Aufnahme im Studio mehr Konzentration als unsere regelmäßigen Dienstagsproben, waren aber auch wieder ein kleines Highlight in unserer Chorarbeit!